Schön, dass du hier bist. Setz dich, ich zeige dir etwas, das mir selbst viel Kopfzerbrechen genommen hat. Die meisten von uns kennen dieses Gefühl vor dem leeren Post-Fenster: Man weiss, man müsste heute wieder sichtbar sein, und trotzdem passiert nichts. Also probiert man es mit künstlicher Intelligenz, tippt „schreib mir einen Instagram-Post über mein Thema”, und heraus kommt etwas Glattes, Freundliches, Austauschbares. Es klingt nach allen. Nur nicht nach dir.
Genau da will ich mit dir hin: zu Posts, die nach dir klingen. Und die gute Nachricht vorweg: Der Trick liegt nicht im perfekten Prompt. Er liegt in der Reihenfolge.
Eine Maschine kann deine Sätze formen. Deine Haltung musst du ihr geben, sonst schreibt sie die von irgendwem. Olga Reyes-Busch
Warum die meisten KI-Posts nach niemandem klingen
Wenn du der künstlichen Intelligenz nur das Thema nennst, greift sie zum Durchschnitt. Sie hat Millionen Posts gesehen und mittelt daraus einen freundlichen Brei. Kein Wunder, dass so viele Feeds inzwischen gleich klingen. Nicht, weil die Menschen dahinter gleich sind, sondern weil sie alle dieselbe leere Frage gestellt haben.
Ich war Sonderpädagogin, dann kam die Resilienz, dann die künstliche Intelligenz. Mein Vorsprung war nie die Technik, sondern das Erklären. Und das Erste, was ich beim Erklären sage, ist immer: Die Maschine ist keine Autorin. Sie ist eine sehr schnelle Praktikantin. Eine Praktikantin, die nichts über dich weiss, schreibt eben über niemanden. Eine, der du deine Stimme gezeigt hast, trifft deinen Ton beim ersten Anlauf.
Erst dein Kern, dann die Posts
Hier kommt die Reihenfolge, die alles ändert. Bevor du auch nur einen Post schreiben lässt, gibst du der künstlichen Intelligenz drei Dinge über dich.
Erstens deine Haltung zum Thema. Nicht „ich mache Content-Beratung”, sondern was du wirklich denkst. Zum Beispiel: „Ich finde, die meisten posten zu viel und sagen zu wenig.” Ein Satz, hinter dem du stehst.
Zweitens ein paar echte Sätze von dir. Kopiere drei, vier Absätze, die du selbst geschrieben hast, aus einer alten Mail, einem Blogartikel, einer Sprachnachricht, die du abtippst. Daran liest die Maschine deinen Rhythmus ab, deine Länge, deine Lieblingswörter.
Drittens für wen du schreibst. Die Coachin, die abends allein am Küchentisch sitzt, klingt anders angesprochen als der Berater zwischen zwei Terminen. Sag, wen du meinst.
Diese drei Dinge sind dein Kern. Und das Schöne: Du gibst sie einmal, nicht jeden Tag neu. Wie du das dauerhaft hinterlegst, damit die künstliche Intelligenz dich wirklich kennt und nicht bei null anfängt, habe ich dir in Claude für dein Business einrichten Schritt für Schritt aufgeschrieben. Danach reicht ein kurzer Zuruf, und der Entwurf sitzt schon nah dran.
Wie du aus einem Gedanken viele Posts machst
Jetzt kommt der Teil, der dir richtig Zeit spart. Du brauchst nicht jeden Tag eine neue Idee. Du brauchst einen guten Gedanken und dann viele Türen hinein.
Nimm deinen einen Standpunkt, zum Beispiel „Sichtbarkeit heisst nicht lauter, sondern klarer”. Aus diesem einen Satz lässt du dir verschiedene Formate ableiten. Einen kurzen Impuls-Post, der nur diesen einen Gedanken setzt. Ein Karussell, das den Gedanken in fünf Schritte zerlegt. Ein Reel-Skript, das mit einer kleinen Szene beginnt. Eine längere Geschichte, die erzählt, wann du das selbst gelernt hast.
Ein Kern, vier Formate, und nichts davon fühlt sich doppelt an, weil jedes Format den Gedanken anders anfasst. Genau dieses Prinzip, aus einem Inhalt viele zu machen, ist der Kern von entspanntem Content. Ich habe es dir für den grösseren Rahmen in Content erstellen mit künstlicher Intelligenz und dabei Zeit sparen ausführlich beschrieben. Für Social Media gilt es genauso: Die Idee ist die Arbeit, die Formate sind Fleissarbeit, und die gibst du ab.
Damit es nicht nach Maschine klingt
Der wichtigste Schritt kommt zum Schluss, und den macht kein Werkzeug für dich: Du bleibst die Redaktion.
Lies den Entwurf laut. Überall, wo du innerlich die Augen verdrehst, weil es zu glatt oder zu werblich ist, streichst du. Setz dafür einen echten Satz von dir hinein, eine kleine Beobachtung, eine ehrliche Zwischenbemerkung. Genau die Stellen, an denen die Maschine vorsichtig bleibt, machen deinen Post menschlich.
Und gib der künstlichen Intelligenz von Anfang an ein paar Verbote mit. Keine Buzzwords, keine leeren Superlative, keine Aufzählung von Vorteilen wie im Werbeprospekt. Ich lasse mir Wörter wie „impactvoll” oder „zukunftsweisend” konsequent verbieten. Was du der Maschine verbietest, ist oft wichtiger als das, was du ihr aufträgst. Wie du solche Ansagen kurz und wirksam formulierst, findest du in ChatGPT und Claude Prompts auf Deutsch.
Das alles funktioniert übrigens mit ChatGPT, Claude, Perplexity oder der KI-Antwort bei Google gleichermassen. Nimm das Werkzeug, das du schon offen hast. Das Ergebnis führt, nicht der Name auf dem Knopf. Ich arbeite am liebsten mit Claude, weil es sich meinen Ton gut merkt, aber verboten ist keins.
Der ehrliche Teil
Künstliche Intelligenz nimmt dir das leere Fenster ab, nicht das Denken. Sie schreibt den ersten Entwurf dort, wo du früher lange vor dem leeren Fenster gerungen hast. Aber der Gedanke, der Standpunkt, die kleine ehrliche Wendung, die bleiben deine. Und genau das ist gut so, denn das ist der Teil, den deine Leserin wiedererkennt und dem sie folgt.
Fang klein an. Nimm einen Gedanken, den du diese Woche wirklich hattest. Gib der Maschine deinen Kern, lass dir drei Formate daraus machen, und schleif eins davon so lange, bis es nach dir klingt. Morgen der nächste Gedanke. So entsteht Stück für Stück ein Feed, der nach dir klingt und dir trotzdem nicht die ganzen Abende frisst.
So gehst du vor
- Gib der künstlichen Intelligenz einmal deine Haltung, ein paar echte Sätze von dir und deine Zielgruppe.
- Nimm einen einzigen Standpunkt, den du diese Woche wirklich hattest.
- Lass dir daraus mehrere Formate ableiten, zum Beispiel einen Impuls-Post und ein Karussell.
- Lies den Entwurf laut und streich alles, was zu glatt klingt.
- Setz einen echten Satz von dir hinein, bevor du veröffentlichst.
Wenn du eine kleine Starthilfe möchtest, habe ich dir eine Sammlung mit Content-Ideen für Pinterest und Blog zusammengestellt, aus denen sich solche Posts leicht ableiten lassen. Hol sie dir für 0 Euro und probier die Reihenfolge einmal selbst aus. In deinem Tempo, ohne leere Versprechen.
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