Schön, dass du hier bist. Wenn du gerade vor einem leeren Dokument sitzt und denkst „Ich brauche ein Freebie, aber ich habe keine Ahnung, worüber”, dann setz dich einen Moment neben mich. Diese Frage höre ich oft, und sie ist völlig normal. Fast jede Selbstständige, die ich begleite, hängt nicht am Bauen fest, sondern an der Idee.
Deshalb machen wir es heute andersherum. Kein „wie”, sondern ein „was”. Ich zeige dir neun Freebie-Ideen, die bei Solo-Selbstständigen, Coaches und Beraterinnen wirklich funktionieren. Für jede sage ich dir ehrlich, warum sie zieht und für wen sie passt. Du suchst dir eine aus, die zu deinem Angebot passt, und schon ist der schwerste Teil geschafft.
Ein Freebie ist kein Beweis, wie viel du kannst. Es ist ein Versprechen im Kleinen: Ich löse dir dieses eine Problem, und zwar sofort. Olga Reyes-Busch
Was macht eine Freebie-Idee überhaupt gut?
Bevor wir zur Liste kommen, ein kurzer Maßstab, an dem du jede Idee messen kannst. Ein gutes Freebie löst ein einzelnes, kleines Problem, und es löst es sofort. Nicht „alles über Sichtbarkeit”, sondern „die drei Sätze, mit denen dein Profil klarer wird”. Je enger, desto besser.
Der zweite Maßstab: Das Thema muss nah an dem liegen, was du verkaufst. Ein Freebie zieht Menschen an. Wenn es das falsche Thema hat, ziehst du die falschen Menschen an. Ein Ernährungscoach, der eine Vorlage für Steuerbelege verschenkt, sammelt zwar Adressen, aber keine Kundschaft.
Und der dritte: Es muss schnell gehen. Für dich beim Bauen und für die Leserin beim Durcharbeiten. Genau dabei nimmt dir künstliche Intelligenz die meiste Arbeit ab, dazu unten mehr.
Die 9 Freebie-Ideen
1. Die Checkliste
Der Klassiker, und das aus gutem Grund. Eine Checkliste nimmt der Leserin die Angst, etwas zu vergessen. „Onboarding-Checkliste für neue Kunden”, „11 Punkte, bevor deine Website online geht”. Sie ist in kurzer Zeit gebaut, sofort nützlich und der ideale Einstieg, wenn du noch nie ein Freebie gemacht hast.
2. Die Vorlage
Menschen lieben Vorlagen, weil sie das leere Blatt ersetzen. Eine E-Mail-Vorlage für die Absage an einen Kunden, eine Struktur für das Erstgespräch, ein Angebots-Gerüst. Du gibst dein Wissen als fertiges Gerüst weiter, in das nur noch eingesetzt werden muss. Das spürt die Leserin sofort als Erleichterung.
3. Der Spickzettel
Ein Spickzettel oder Cheatsheet bündelt viel auf einer Seite. Am besten funktioniert das bei Dingen, die man immer wieder nachschlägt. Eine Sammlung guter Formulierungen, die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick, oder eine Prompt-Sammlung für den Alltag. Wenn dein Thema Prompts sind, hilft dir mein Beitrag ChatGPT- und Claude-Prompts auf Deutsch beim Befüllen.
4. Das Mini-Workbook
Ein kleines Arbeitsheft mit ein paar Fragen zum Selbst-Ausfüllen. Das passt besonders für Coaches und Beraterinnen, deren Arbeit ohnehin aus guten Fragen besteht. „Finde deine Positionierung.” Wichtig: mini. Drei kluge Fragen sind mehr wert als dreißig, die niemand beantwortet.
5. Die Kurzanleitung
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für genau eine Sache. „So richtest du deine Signatur ein, dass sie verkauft.” Anleitungen ziehen Menschen an, die konkret ins Tun kommen wollen. Halte die Schritte klein und überspring nichts, was für dich selbstverständlich, für einen Anfänger aber neu ist.
6. Die Textbausteine
Fertige Formulierungen zum Kopieren. Antworten auf typische Kundenfragen, Bausteine für Social-Media-Beiträge, höfliche Nein-Sätze. Das ist Gold für alle, die beim Schreiben ins Stocken geraten. Und es ist ein starker Vorgeschmack darauf, wie du mit deiner Kundschaft arbeitest.
7. Die Selbsteinschätzung
Ein kleiner Test oder eine Selbsteinschätzung mit Auswertung. „Wie sichtbar ist dein Business schon?” Menschen wollen wissen, wo sie stehen. Eine ehrliche Einordnung am Ende, verbunden mit einem nächsten Schritt, macht aus Neugier einen echten Anlass, bei dir zu bleiben.
8. Die Tool- oder Ressourcen-Liste
Eine kuratierte Liste ist Arbeit, die du der Leserin abnimmst. „Meine 12 Werkzeuge für den Solo-Alltag”, jeweils mit einem Satz, wofür du sie nutzt. Das wirkt persönlich und baut Vertrauen auf, weil du zeigst, wie du wirklich arbeitest. Achte darauf, dass die Werkzeuge datenschutzfreundlich sind, sonst empfiehlst du der Leserin ein Problem mit.
9. Die kurze Videolektion
Wenn du lieber redest als schreibst: ein kurzes Video oder eine Audio-Lektion. Fünf bis zehn Minuten, ein Thema, dein Gesicht oder deine Stimme. Das baut Nähe auf wie kaum ein PDF. Der Aufwand ist etwas höher, dafür bleibst du im Kopf, weil die Leserin dich erlebt.
Wie hilft künstliche Intelligenz bei der Freebie-Idee?
Jetzt der Teil, der die ganze Sache leicht macht. Du musst dir das Thema nicht aus den Fingern saugen. Beschreib deiner künstlichen Intelligenz, was du anbietest und für wen, und lass dir zwanzig Freebie-Ideen vorschlagen. Das funktioniert in ChatGPT genauso wie in Claude. Aus den zwanzig wählst du die drei, bei denen du sofort nickst, weil sie genau dein Thema treffen.
Danach hilft dir dasselbe Werkzeug beim ersten Entwurf. Die Checkliste, die Vorlage, die Textbausteine, ein grobes Gerüst steht in wenigen Minuten. Deine Aufgabe ist dann nicht das Schreiben von null, sondern das Prüfen, Kürzen und Veredeln. Du gibst dem Ganzen deine Stimme, deine Beispiele, deinen Ton. Wie das mit deiner eigenen Handschrift gelingt, habe ich im Beitrag über Content erstellen mit künstlicher Intelligenz beschrieben.
Ein ehrliches Wort: Der erste Entwurf einer Maschine ist selten fertig. Er ist ein Sprungbrett, kein Endprodukt. Aber vom leeren Blatt zum Sprungbrett, das ist die Strecke, die die meisten so viel Zeit kostet. Und genau die spart dir das Werkzeug.
Und wenn ich die Idee habe, wie geht es weiter?
Die Idee ist der Anfang, nicht das Ganze. Sobald du weißt, was du verschenkst, geht es ans Bauen und ans Verteilen. Wie du dein Freebie in wenigen sauberen Schritten fertigstellst, zeige ich dir Stück für Stück im Beitrag Freebie erstellen in 5 Schritten. Und falls dich die Technik dahinter nervt: Sie ist kleiner, als du denkst, das erkläre ich in Freebie erstellen ohne Technik.
Danach kommt der Teil, für den du das Freebie überhaupt machst: die Adressen. Ein Freebie ohne einen guten Weg, wie sich Menschen eintragen, bleibt ein hübsches PDF ohne Wirkung. Wie aus deinem Freebie die ersten E-Mail-Adressen werden, liest du in E-Mail-Liste aufbauen mit einem Freebie.
In der Praxis: von der Idee zum ersten Eintrag
- Wähl eine der neun Ideen, bei der du beim Lesen sofort gedacht hast, das passt zu mir.
- Beschreib dein Vorhaben kurz einer künstlichen Intelligenz und lass dir einen ersten Entwurf liefern.
- Geh den Entwurf durch, kürze, schärfe und füg deine eigenen Beispiele hinzu.
- Gestalte das Ergebnis schlicht und speicher es als PDF.
- Richte ein Eintragefeld ein und zeig dein Freebie an einem Ort, an dem die richtigen Menschen vorbeikommen.
Für heute reicht der erste Schritt. Nimm dir eine der neun Ideen, die beim Lesen ein „ja, das wäre etwas” ausgelöst hat. Schreib sie dir auf. Das ist schon mehr, als die meisten in einer Woche schaffen. Den Rest gehen wir gemeinsam, in deinem Tempo, ohne leere Versprechen.
Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.
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