Schön, dass du hier bist. Wenn du diesen Satz gerade denkst, kenne ich ihn gut: „Alle reden von Claude, und ich sitze zufrieden bei ChatGPT und frage mich, ob ich etwas verpasse.” Setz dich einen Moment neben mich, ich nehme dir die Frage ab. Denn die ehrliche Antwort ist nicht so dramatisch, wie es im Netz oft klingt.
Ich arbeite mit beiden. Und ich sage dir gleich vorweg, damit dir der Druck von den Schultern fällt: Du musst nicht wechseln. ChatGPT ist ein richtig gutes Werkzeug, und nichts, was heute für dich funktioniert, wird morgen schlecht, nur weil ein anderer Name im Gespräch ist.
Ein Werkzeug wechselt man nicht, weil alle darüber reden. Man wechselt es, wenn es eine Arbeit besser macht, die man wirklich jeden Tag hat. Olga Reyes-Busch
Musst du überhaupt wechseln?
Kurze Antwort: nein. Lange Antwort: Es kommt darauf an, was dich stört.
Wenn du mit ChatGPT schreibst, planst, sortierst und zufrieden bist, dann bleib. Wirklich. Ich sehe zu viele Selbstständige, die aus lauter Angst, etwas zu verpassen, alle paar Wochen das Werkzeug wechseln und am Ende nirgends richtig ankommen. Das kostet mehr Zeit, als jeder Umstieg je einspart.
Ein Wechsel lohnt sich erst, wenn du ein konkretes Ärgernis hast. Zum Beispiel: Du erklärst der künstlichen Intelligenz jedes Mal aufs Neue, wer du bist, für wen du schreibst und in welchem Ton. Oder dir gefällt der Schreibstil nicht, der herauskommt, und du feilst ewig nach. Genau da wird die Frage nach dem Wechsel interessant. Nicht vorher.
Was du beim Wechsel gewinnst
Reden wir über das, was Claude für viele attraktiv macht, ganz ohne Werbesprache. Es sind vor allem zwei Dinge.
Das erste ist das Gedächtnis. In Claude kannst du an einer festen Stelle hinterlegen, wer du bist, was du anbietest und wie du klingst. Diese Angaben liegen dann bereit, ohne dass du sie in jedem neuen Gespräch wiederholst. Das klingt klein, spart über die Woche aber jede Menge Tipparbeit. Wie du diesen Kontext einmal sauber aufsetzt, habe ich in Claude für dein Business einrichten Schritt für Schritt aufgeschrieben.
Das zweite ist das Schreiben. Viele empfinden die Texte aus Claude als ein Stück natürlicher und weniger nach Baukasten. Das ist Geschmack, kein Gesetz. Der eine hört den Unterschied sofort, der andere zuckt mit den Schultern. Deshalb rate ich dir auch nicht, mir das zu glauben, sondern es selbst zu prüfen.
Wo die beiden Werkzeuge sich sonst noch unterscheiden und für welche Aufgabe welches die Nase vorn hat, habe ich ausführlich in ChatGPT und Claude im Vergleich gegenübergestellt. Lies das ruhig vorher, dann weißt du, worauf du beim Testen achten willst.
Was du nicht verlierst
Jetzt der Teil, der die Angst nimmt. Du wirfst beim Wechsel nichts weg.
Deine Prompts hast du nicht vergeblich gelernt. Eine klare Anweisung, ein guter Aufbau, ein sauber gestecktes Ziel: Das wirkt in beiden Werkzeugen. Höchstens ein paar Formulierungen stimmst du nach. Wenn du deine Prompts ohnehin noch verbessern willst, schau in ChatGPT und Claude Prompts auf Deutsch, das gilt hüben wie drüben. Und ganz wichtig: Deine Gespräche und Notizen aus ChatGPT bleiben dir erhalten. Du kannst weiter auf sie zugreifen, auch wenn du parallel etwas Neues ausprobierst. Niemand nimmt dir dein bisheriges Arbeiten weg.
Auch dein Wissen bleibt. Du hast dir beigebracht, mit einer künstlichen Intelligenz zu arbeiten, ihr Aufgaben zu geben, Ergebnisse zu prüfen, nachzuschärfen. Diese Denkweise ist der eigentliche Schatz, nicht die Marke auf dem Knopf. Sie zieht mit dir um, egal wohin.
So steigst du in kleinen Schritten um
Und jetzt das Praktische, denn genau danach hast du gesucht. Mach keinen großen Umzug an einem Tag. Das überfordert nur und du landest frustriert wieder beim Alten. Geh so vor:
Erstens, nimm eine Aufgabe, die du im Schlaf kennst. Einen Newsletter, eine Angebotsbeschreibung, eine Reihe Social-Media-Posts. Etwas, bei dem du sofort merkst, ob das Ergebnis taugt.
Zweitens, richte deinen Kontext ein. Hinterlege einmal, wer du bist, für wen du arbeitest und in welchem Ton du klingst. Das ist die halbe Miete und der Grund, warum sich der Wechsel überhaupt anfühlt wie ein Gewinn.
Drittens, lass dieselbe Aufgabe parallel laufen. Einmal in ChatGPT, einmal in Claude, mit derselben Anweisung. Leg die zwei Ergebnisse nebeneinander. Nicht theoretisch grübeln, sondern schauen, was dir besser aus der Hand geht.
Viertens, gib dem Ganzen ein paar Tage. Ein einziger Versuch sagt wenig. Nach einer Woche mit echten Aufgaben spürst du deutlich, ob es sich besser anfühlt oder ob du bei deinem Gewohnten bleibst.
Fünftens, entscheide in Ruhe. Vielleicht ziehst du ganz um. Vielleicht nutzt du beide nebeneinander, jedes für das, was es am besten kann. Beides ist völlig in Ordnung. Es gibt keine Prüfung, die du bestehen musst.
Der ehrliche Schluss
Ich will dir keinen Wechsel verkaufen, ich will, dass du gut entscheidest. Wenn ChatGPT deine Arbeit erledigt und du zufrieden bist, hast du alles richtig gemacht. Wenn dich aber dieses ewige Wiederholen deines Kontexts nervt oder dir der Ton nicht liegt, dann ist ein Testlauf mit Claude die Mühe wert. In kleinen Schritten, ohne Hektik, mit einer Aufgabe, die du kennst.
Am Ende zählt nicht, welcher Name auf dem Knopf steht, sondern ob die künstliche Intelligenz dir Zeit zurückgibt für die Arbeit, die nur du machen kannst. Falls du diesen Umstieg lieber nicht allein ausprobieren magst, komm in unsere Community. Dort tauschen wir uns genau über solche Fragen aus, ehrlich und auf Augenhöhe, und du bekommst Rückmeldung von Menschen, die den Schritt schon hinter sich haben. Ich freue mich, wenn ich dich dort sehe.
Tausch dich mit anderen aus, die Claude für ihr Business nutzen.
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